Anke Rehlinger - Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes - Foto: (c) Saarland.de
Anke Rehlinger – Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes – Foto: (c) Saarland.de

Die Förderung des Alltagsradverkehrs im Saarland ist ein wichtiger Bestandteil der saarländischen Verkehrspolitik. Einen Schwerpunkt will Verkehrsministerin Anke Rehlinger bei den Schulen setzen. Am Mittwoch, 12. Dezember, veranstaltete das Verkehrsministerium einen Workshop zum Thema „Fahrrad und Schule“.

Die Verkehrsministerin hatte dazu Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, aber auch Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulformen eingeladen. Auch Vertreterinnen und Vertreter des Landespolizeipräsidiums, des Landesinstituts für Pädagogik und Medien, des Saarländischen Radfahrerbunds (SRB) sowie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) Saar, des ADAC Saarland und des Verkehrsclubs VCD Saarland als wichtige Kooperationspartner waren mit dabei.

Der Termin ist Teil des Programms „Sicher mit dem Rad zur Schule“, das Verkehrsministerin Anke Rehlinger im Rahmen der RadStrategie Saarland initiiert hat.

„Das Elterntaxi dominiert heute vielerorts das Verkehrsgeschehen rund um die Schule. Das Fahrrad spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Daran wollen wir etwas ändern“, so die Ministerin. „Das Fahrrad erhöht die Mobilität von Schülerinnen und Schülern. Es ist umweltfreundlich und gesund. Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche wieder mehr Fahrrad fahren. Dafür brauchen wir die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die Eltern und die Kommunen. Ich freue mich, dass die Resonanz beim ersten Termin so positiv war.“

Rund 40 Schüler, Lehrer und Eltern entwickelten in dem Workshop gemeinsam mit den Gastgebern Vorschläge und Ideen für ein fahrradfreundliches Klima an Schulen. Insbesondere das Thema Verkehrssicherheit auf dem Schulweg spielte dabei eine Rolle.

Niclas Behr ist Schüler vom Gymnasium am Stadtgarten in Saarlouis: „Eigentlich hat es ja nur Vorteile mit dem Rad zur Schule zu fahren. Man hat einen sportlichen Ausgleich, verhält sich klimafreundlich und reduziert das Verkehrsaufkommen. Aber dazu muss das Vertrauen in die Sicherheit gestärkt werden. Radwege müssen erweitert und ausgebaut werden. Außerdem verhalten sich noch viele Autofahrer ziemlich rücksichtslos gegenüber uns Radfahrern. Ich möchte dazu beitragen, dass mehr Schüler mit dem Fahrrad zur Schule kommen.“

Ähnlich sieht es auch Luzia Pesch, Lehrerin an der Ganztagesgrundschule Saarbrücken-Scheidt: „Die Mobilitätswende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ich möchte die Kinder dafür sensibilisieren, das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel zu betrachten. Die tolle Resonanz bei der Aktion Stadtradeln Saar zeigt ja das große Potential, das darin steckt. Dazu müssen wir aber auch den Eltern die Angst nehmen, ihre Kinder morgens mit dem Fahrrad zur Schule zu schicken. Die Verkehrssicherheit spielt dabei eine zentrale Rolle. Denkbar ist aber auch, den Unterrichtsbeginn etwas nach hinten zu verschieben, um den Kindern die Zeit zu geben, den Schulweg mit dem Fahrrad zurückzulegen.“

Tanja Ridzweski aus Homburg nahm als Elternvertreterin an dem Workshop teil: „Ich würde mir wünschen, dass wir dem Fahrrad mehr Raum in der Öffentlichkeit zugestehen. Es würden sich mehr Eltern trauen, ihre Kinder mit dem Rad fahren zu lassen, wenn es ein anderes Miteinander im Straßenverkehr gäbe. Es muss im Interesse der Städte und Kommunen liegen, die Radwege besser auszustatten und zu beschildern.“

Viele Schulen zeigten Interesse, mit dem Ministerium weiter an dem Thema und der Umsetzung zu arbeiten. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wege aus der Radlosigkeit“ werden Wirtschafts- und Bildungsministerium gemeinsam die entwickelten Ideen und Angebote Ende März 2019 der breiten Öffentlichkeit vorstellen. Außerdem werden die Schulen im kommenden Jahr in den Mittelpunkt der Kampagne Stadtradeln Saar gerückt.