Auf dem Campus Saarbrücken der Universität des Saarlandes wird bis zum Jahr 2023 ein neues Zentrum für Biophysik (ZBP) errichtet werden. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) hat heute die Förderung des Forschungsbaus mit 18,6 Millionen Euro Bundesmitteln beschlossen. „Damit kann die Weiterentwicklung des Schwerpunktes NanoBioMed an der Universität des Saarlandes weiter vorangetrieben werden“, so Ministerpräsident Tobias Hans. Mit dem Vorhaben bündelt die Universität die biophysikalischen Forschergruppen, die bisher über den Campus verteilt sind, in einem einzigen Gebäude. Der 3.800 Quadratmeter große Neubau, wird jeweils hälftig von Land und Bund finanziert und hat ein Gesamtvolumen von rund 37 Millionen Euro.

Das Zentrum soll vor allem die Aktivitäten des 2013 an der Saar-Uni eingerichteten Sonderforschungsbereichs SFB 1027 „Physikalische Modellierung von Nicht-Gleichgewichtsprozessen in biologischen Systemen“ räumlich zusammenführen und verstetigen. In dessen Rahmen untersuchen Physiker, Mediziner, Bioinformatiker, Biologen und Chemiker die physikalischen Grundlagen der Abläufe in menschlichen Zellen, um ein besseres Verständnis etwa vom Immunsystem zu erlangen.

Für die Universität ist der Forschungsbau ein wichtiger Meilenstein zur Stärkung und Weiterentwicklung des Forschungsschwerpunkts „NanoBioMed – Leben und Materie“. Das neue hochmoderne Gebäude wird die Forschungsstärke im Bereich der Biophysik hervorheben und gleichzeitig auch die standortübergreifende, interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Medizin signifikant stärken.

Ministerpräsident Tobias Hans sieht die saarländische Hochschul- und Wissenschaftspolitik bestätigt: „Die GWK hat das Zentrum für Biophysik nach positiver Begutachtung durch den Wissenschaftsrat als eines von insgesamt 12 bundesweit geförderten Bauvorhaben aller disziplinären Ausrichtungen ausgewählt und mit der Förderung des Neubauvorhabens die Qualität der wissenschaftlichen Leistungen der saarländischen Forscherinnen und Forscher, das beabsichtigte interdisziplinäre Forschungskonzept sowie die zukunftsorientierte wissenschaftspolitische Schwerpunktsetzung durch das Land positiv gewürdigt. Das Land hat sich bereit erklärt, diesen Forschungsbau ebenfalls zu 50 Prozent – also mit 18,6 Mio. Euro – zu tragen. Die Landesregierung unternimmt große Anstrengungen, um die außerordentlichen Leistungen der Universität in Lehre und Forschung auch baulich zu flankieren.“

In insgesamt sechs Laboren sollen die Kompetenzen der bisher über den Campus Saarbrücken verstreuten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gebündelt und gleichzeitig die Kooperation mit den Mitwirkenden der Medizinischen Fakultät erleichtert werden. Dadurch werden Forschungsprojekte ermöglicht, die bislang nur mit erheblichem logistischem Aufwand durchführbar waren, beispielsweise wenn sie den Transport von lebenden Zellen von einem Labor in ein anderes erfordern. Der Zugriff aller Arbeitsgruppen auf verschiedene Labore mit Zellkulturen, Konfokal- und Kraftmikroskopie, Reinraum, Oberflächenanalyse und Rechner-Cluster soll durch den Forschungsbau erheblich erleichtert und die Zusammenarbeit von Theorie und Experiment auf kurzen Wegen substantiell gefördert werden.

Universitätspräsident Manfred Schmitt unterstreicht die große Bedeutung des Forschungsbaus für die zukünftige Entwicklung des lebenswissenschaftlichen Schwerpunktes der Universität des Saarlandes: „Es ist ein großartiger Erfolg für den Campus Saarbrücken sowie für die Universität insgesamt, dass nunmehr ein weiterer hochkarätiger Forschungsneubau in dieser Form im Saarland realisiert werden kann.“

In dem Gebäude sollen neun Arbeitsgruppen mit insgesamt rund 120 Personen unterkommen. Einschließlich der Erstausstattung der Labore mit Forschungsgeräten und Büros wird die Erstellung des ZBP rund 37 Millionen Euro kosten (31 Millionen reine Baukosten). Die Finanzierung soll jeweils zur Hälfte aus Mitteln des Landeshaushalts und aus Bundesmitteln (Forschungsbauförderung nach Art. 91b GG) erfolgen.

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