Reinhold Jost, Minister für Umwelt und Verbraucherschutz – Foto: (c) Saarland

„Das jetzt beschlossene EU-weite Verbot von Einweg-Geschirr aus Plastik ist ein großer Schritt in die richtige Richtung vor allem zum Schutz von Gewässerflora und -fauna“, so Umweltminister Reinhold Jost. Bereits heute gebe es vielfältige Alternativen zu Plastiktellern, -bechern und -besteck aus nachwachsenden und kompostierbaren Rohstoffen. „Auch Mehrweggeschirr aus Steingut, Porzellan und Metall ist bei zahlreichen Anlässen ein hervorragender Ersatz für Plastik“, so der Minister. Auf vielen Volksfesten und auf Weihnachtsmärkten sei es außerdem schon heute üblich, dass Kaltgetränke in Gläsern und Kaffee oder Glühwein in Tassen ausgeschenkt wird. In der Regel funktioniere das mittels Pfand reibungslos und mit minimalen Verlusten.

Auch essbare Verpackungen sind längst marktreif und im Einsatz. „Mit einer Kombination der vorhandenen Möglichkeiten sollte es schon jetzt kein Problem mehr darstellen, zu vergleichbaren Kosten aber dafür nachhaltig, klimaneutral und ohne große Abfallberge Bedarfsgegenstände aus Plastik zu vermeiden“, so Reinhold Jost: „Mit unserer saarlandweiten Becherheld-Aktion haben wir bereits im vergangenen Jahr einen Denkanstoß Richtung Mehrweggeschirr gegeben, der sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher sogar auszahlt.“

Er kündigt für die kommenden Jahre weitere Initiativen an, bei denen vor allem die Langlebigkeit von Gegenständen des täglichen Gebrauchs ins Bewusstsein gerückt werden soll. Zugleich könnten auch vorbildhafte Projekte und Maßnahmen zur Reduzierung von Einwegprodukten im Alltag aufgegriffen und unterstützt werden. „Dabei haben die Verbraucherinnen und Verbrauchern schon jetzt an vielen Stellen die Möglichkeit Druck auf die Produzenten von unnötigem Verpackungsmüll aus Plastik auszuüben. Sie können etwa entscheiden, ob sie eine geschälte Orange in Plastikummantelung kaufen oder sich für die beste Verpackung entscheiden, die die Natur selbst dafür bereit hält. Die Liste von solchen Unsinnigkeiten ist lang“, so Jost. Die freiwillige Selbstverpflichtung des Handels zum Verzicht auf kostenlose Plastiktüten habe dagegen gezeigt, dass solche Initiativen zur Müllvermeidung fruchten können. 2017 verbrauchten die Deutschen rund 29 Tüten pro Kopf und Jahr, im Jahr zuvor waren es nach Angaben der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung  noch 45 pro Einwohner. „Das hat niemandem weh getan und der Umwelt schon ein bisschen geholfen“, so der Minister.