Quierschied (pp) Da war der Jubel groß in der Quierschieder Jahnturnhalle.

Bereits eine Woche vor der großen landesweiten Sessionseröffnung 2017/2018 in Wadern erweckten Närrinnen und Narren des Regionalbezirks Illtal vom Verband saarländischer Karnevalsvereine (VSK) die Faasend zum neuen Leben. Während die Faasend in Person von Hans-Peter Schumacher zu Beginn der Veranstaltung nach monatelangem Tiefschlaf noch mit ihrem dicken Wambe, vollgefressen im Schaukelstuhl vor sich hin schnarchte, in der einen Hand einen Lyoner und in der anderen eine Flasche Bier, so wurde sie im Laufe der Begrüßung und bei den eingänglichen Tanzbeiträgen der Aktiven des KV Wambe immer munterer und bewegte hin und wieder auch schon mal im Sitzen die Beine oder öffnete die Augen. Als schließlich „die Heuler“ die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr. Da war die Faasend endlich hellwach und sang begeistert mit „Die Vögelein vom Titicacasee“. Auch die Gäste im Saal stimmten mit ein und nun endlich durften sie auch alle ihre Narrenkappen aufsetzen, denn die Faasend war wach. „Unser Zeit iss widda do, es iss Faasend – eijoo!“ hieß es dann schließlich. Dem Regionalbezirk Illtal gehören aktuell 27 Mitgliedsvereine an. Alle waren am Samstag Abend zu Gast beim KV Quierschder Wambe und ein Großteil von ihnen war mit verschiedenen Bühnenbeiträgen im Programm vertreten. Insgesamt durften Sitzungspräsident Wolfgang Schug und seine „First Lady“ Janica Schumacher 450 Gäste begrüßen. Kein Wunder, dass die Wambe aus Platzgründen ein Experiment wagten und anstelle von Sitzplätzen Stehtische aufgebaut hatten. So hatten viel mehr Faasebootze Platz und diese brachten auch im Stehen mit ihrer guten Stimmung die Temperaturen in der Halle schnell zum Kochen. „Ich bin unter falschen Voraussetzungen hierher eingeladen worden“ beschwerte sich Nicole Hoffmann – alias Apollonia Brutschel – von den Heiligenwalder Narren HCV „Die Flitsch“ bei ihrem Wortbeitrag. „Man sagte mir, das wäre heute eine Sitzung, statt dessen ist es eine Stehung!“ Die resolute Dame mit dem Sexappeal eines Trampeltiers rief mit ihren Pointen wahre Lachsalven im Saal hervor, nachdem sie ihre künstlichen Zähne im Sektglas eines Gastes zwischengeparkt hatte. Zum Höhepunkt ihres Auftritts rief sie als dralles Funkenmariechen den verdutzten Prinzen Sascha I. vom HKG Heusweiler zu sich auf die Bühne und legte mit ihm eine flotte Polka auf´s Parkett. Ein Wunder, dass er sich bei den eingeforderten Hebefiguren keinen Hexenschuss holte. Die erste Rakete des Abends durften sich die beiden jungen Kinderredner Quietschi und Quatschi (Joline und Leon Schonk, zehn und zwölf Jahre alt) abholen. Sie sind beide seit vier Jahren aktiv im HKV Habach „Dat gibt’s nur ämo“ und unterhielten die Narren im Saal wie die Profis mit ihren Anekdoten und Liedern. Sie kämpften dabei – wie leider alle Akteure mit Wortbeiträgen – tapfer gegen das lautstarke Stimmengewirr im Saal an. Da half auch das mehrmalige Ermahnen durch den Sitzungspräsidenten nicht viel. Die närrischen Gäste hatten sich nach so langen Monaten seit der letzten Session einfach viel zu viel zu erzählen. Neben den Tanzbeiträgen der kleinen Minihüpfer und der Minigarde waren vor allem die Mariechen- und Gardetänze der Aktiven vieler Karnevalsvereine auf der Bühne ein Genuss. Mit ihrer schwungvollen Darbietung und einer tollen Choreografie begeisterte außerdem das Tanzpaar der KG Merchweiler „Mir senn do“ (Joschua Rodener und Chantal Wolf). Auch die Showtänze und die Tänze der Garde ernteten verdienten Applaus. Nach vier Stunden bester Unterhaltung schlossen die Heuler den Abend. Beim großen Finale sangen sie gemeinsam mit den Narren im Saal „Hipp Hipp Hurra – es iss Faasend an der Saar.„Das war ein gelungener Auftakt“ lautete das Resümee von Sitzungspräsident Wolfgang Schug.

Mitwirkende des Abends:

verschiedene Tanzgruppen der Quierschder Wambe, Gesangsbeiträge von „Die Heuler“ und der Holzer Boygroup (KV „Hilaritas Holz“), Wortbeiträge von „Quietschi und Quatschi“ (KV Habach), „Apollonia Brutschel“ (HCV „Die Flitsch“ Heiligenwald), sowie „Pixi und Trixi“ („Die Elleretze“ Heiligenwald), Mariechentänze von der „Bürgergarde Ottweiler, der „Elleretze“ Heiligenwald, der HKG Heusweiler, des KKV Landsweiler-Reden, der Gruppe „Saargold Fischbach“, Showtanzgruppen von der „Wilden Elf“ Wiesbach, des KV „Mir kinne aach“, Kutzhof, des KV Blau-Weiß Friedrichsthal, Tanzpaar Joshua Rodener und Chantal Wolf (KG „Mir senn do“ Merchweiler), Gardetänze und Märsche von der Minigarde des KV „Von der Höh“ Göttelborn, der Aktivengarde Hilaritas Holz“, des KKV Landsweiler Reden, der Habacher Aktivengarde „Dat gibt’s nur ämo“, der Ki-Ka-Ju Merchweiler „Mir senn do“, der Bürgergarde Ottweiler und von „Die Elleretze“ Heiligenwald.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here