Auf der gestrigen Konferenz der Arbeits- und Sozialminister in Münster wurden wichtige Beschlüsse für die Herausforderungen einer modernen Arbeitswelt gefasst. Staatssekretär Jürgen Barke: „Wir müssen den raschen technologischen Wandel hin zur Digitalisierung in den Unternehmen ebenso wie die zunehmenden demographischen Veränderungen zukunftsfest gestalten – nicht nur im Saarland, sondern bundesweit.“

Für ihn zählt dazu auch die Verbesserung der Schnittstelle zwischen Arbeitsmarkt- und Familienpolitik. Barke ist überzeugt, dass insbesondere Frauen, die von dem Recht Gebrauch machen, ihr Kind vor dem dritten Lebensjahr in einer Tageseinrichtung betreuen zu lassen, deutlich bessere Angebote zur beruflichen Qualifizierung und Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erhalten müssen. Barke erläutert: „Hier ist der Bundesgesetzgeber gefordert, dass die Jobcenter gerade für Frauen passende Angebote vorhalten können – und dass die Erziehung eines Kindes und der Wunsch nach rascher Arbeitsaufnahme nicht zu persönlichen Nachteilen führt.“

Der Wandel in der Arbeitswelt wird aber auch zunehmend geprägt durch neue Arbeitsformen, die ein orts- und zeitunabhängiges Arbeiten ermöglichen. Zugleich steigt aufgrund der demographischen Entwicklung der Betreuungsbedarf bei der Pflege von Angehörigen. Dazu Staatssekretär Barke: „Wir müssen nicht nur die Vereinbarkeit von Erziehung und Beruf verbessern, sondern auch die Vereinbarkeit von Sorge- und Erwerbsarbeit. Hier brauchen wir klare gesetzliche Regelungen zum Schutz der Erwerbstätigen vor Entgrenzung und Überlastung, die aber auch Rücksicht nehmen auf die betrieblichen Belange.“ Der Staatssekretär ist erfreut, dass sich die Arbeits- und Sozialminister hier auf einen Beschluss verständigt haben, der den Bundesgesetzgeber zum Handeln auffordert.

Der digitale Wandel und dessen Einfluss auf die moderne Arbeitswelt erfordern nach Ansicht von Barke aber auch die stärkere Einbindung der betrieblichen Mitbestimmung: „Damit die Beschäftigten im Prozess des technisch-organisatorischen Wandels angemessen mitgenommen werden können, brauchen wir ein Initiativrecht der Betriebsräte für Weiterbildung. Die gesetzlichen Regelungen im Betriebsverfassungsgesetz müssen so gestaltet werden, dass die Betriebsräte bessere Kenntnisse über die technische, organisatorische und soziale Ausgestaltung moderner Produktionsprozesse erhalten.“

Staatssekretär Jürgen Barke betont, dass mit diesen Beschlüssen der Arbeits- und Sozialminister ein gutes Paket von Maßnahmen geschnürt werden konnte, das wichtige Impulse setzt für eine ausgewogene und zukunftsorientierte Gestaltung der modernen Arbeitswelt.