„Präventiv gegen wachsenden Antisemitismus“: Bildungsminister Commerçon unterstützt Kinoseminare mit NS-Vorbehaltsfilmen „Jud Süß“ und „Hitlerjunge Quex“

„Vor dem Hintergrund eines anwachsenden Antisemitismus müssen wir zur Prävention gerade junge Menschen erreichen. Sie sollen lernen, kritisch mit Informationen aus Medien und Unterhaltung umzugehen. Die in den Kinoseminaren gezeigten Filme wurden während des Dritten Reiches gedreht und zeigen, mit welchen Mitteln große Teile der damaligen Bevölkerung auf Fremdenfeindlichkeit und Judenhass eingeschworen worden sind“, sagt Commerçon. Er begrüßt damit ausdrücklich die Initiative des Landesinstituts für Pädagogik und Medien (LPM) und der Arbeitskammer des Saarlandes.

Die Veranstalter wollen mit den Aufführungen der Propagandafilme „Jud Süß“ und „Hitlerjunge Quex“ den Schülerinnen und Schülern bewusst machen, wie manipulativ die Nationalsozialisten das Kino genutzt haben, um ihr menschenverachtendes Gedankengut in der Bevölkerung zu verankern.

Die Filme werden in der Woche vom 22. bis 26. Oktober, jeweils um 08.30 und 11.00 Uhr im Saarbrücker Filmhaus, Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken, alternierend mit einer Vor- und Nachbereitung durch den Historiker Dr. Burkhard Jellonnek für Schulklassen vorgestellt und diskutiert.

Durch die programmatische Begleitung der Aufführungen dieser sogenannten Vorbehaltsfilme erhält das LPM die Genehmigung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die nur unter bestimmten Voraussetzungen Aufführungslizenzen herausgibt. Die Aufführungen finden daher in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung statt, die sämtliche Vorbehaltsfilme verwaltet und darüber wacht, dass nur wissenschaftlich begleitete Aufführungen von Vorbehaltsfilmen stattfinden. Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung verwahrt einen bedeutenden Teil des nationalen Filmerbes, insgesamt rund 6000 Filme, vor allem aus der Zeit von 1920 bis 1960.

„Aus den Fehlern der Vergangenheit können wir für heute lernen“, ist Referent Dr. Burkhard Jellonnek, Leiter des Landesinstituts für Pädagogik und Medien überzeugt, der diese beiden und weitere Filme in der Vergangenheit bereits über 15.000 Schülerinnen und Schülern gezeigt hat.

Ab sofort laufen die Anmeldungen für Schulklassen ab Klassenstufe 8 für „Hitlerjunge Quex“ und ab Klassenstufe 9 für „Jud Süß“ beim Landesinstitut für Pädagogik und Medien per E-Mail an kinoseminar@lpm.uni-sb.de oder unter Tel. (06897) 7 90 81 50.