Die Dudweiler Comedy-Gruppe spielt im Vereinslokal Pfaffenkopf ihr neues Programm „Normal war gestern!“

„Restlos ausverkauft“, meldeten die Veranstalter für die beiden angekündigten Abende der Dudweiler Comedy-Gruppe. Im Vereinslokal Pfaffenkopf präsentierte sie ihr neues Programm „Normal war gestern!“

Die urkomische Premiere fand am vergangenen Dienstag vor etwa 100 Gästen statt, der zweite Angriff auf die Lachmuskeln erfolgte dann am Freitag, 5. Oktober. Die Akteure, die aus dem Umkreis der großen Dudweiler Karnevalsgesellschaft „Grüne Nelke“ stammen, bringen in einem bunten Mix aus Sketchen, Klamauk, Stand-Up-Comedy und Poetry Slam ihr Publikum über zwei Stunden lang zum Lachen, und das völlig losgelöst von der fünften Jahreszeit. Kein Tusch, kein Helau, dafür aber gibt es zwischen den Vorträgen kurzweilige Musik von den Green Fiess. Die Idee der Dudweiler Comedy ist keine neue. Vielmehr ist es eine Wiederauflage der Veranstaltungen „Lou and Friends“ Anfang der 2000er Jahre. Damals hatten die Dudweiler Comedy-Urgesteine Hans-Joachim (Lou) Köhler, Michael Friemel, Achim Schmidt, Arno Mager und Stefan Oberhausen diese Unterhaltungsreihe aus der Taufe gehoben. „Vier bis sechs Mal pro Jahr haben wir seinerzeit unser Bühnenprogramm im Saarbrücker Raum aufgeführt“, erzählt Oberhausen. Nun hat er die Gruppe wiederbelebt und mit Nachwuchs-Komödianten aufgestockt. „Die Green Fiess waren damals noch Green Strampler und Michelle und Michelle noch nicht auf der Welt. Jetzt freuen wir uns, mit mehreren Generationen auf der Bühne gemeinsam Quatsch zu machen“, so Oberhausen. Dabei haben sie sich allerhand Komisches, Klamauk und Kokolores überlegt und einstudiert. Der Vergleich zwischen früher und heute spielt dabei eine zentrale Rolle. Herrlich, wenn Achim Schmidt überlegt, sich als Rentner nun bei neuen VHS-Kursen für Männer anzumelden, wie: Anleitung zum Auffinden von Gegenständen oder Entspannungsübungen, Meditation und Atemtechniken für Shopping-Begleiter. Über den alltäglichen Wahnsinn mit Auszubildenden und Kunden in ihrer Bäckerei erzählt Petra Kleinbauer und strapaziert dabei weiter die Lachmuskeln des Publikums sehr.

Bei Dagmar Montadas Ausführungen über die Tücken des Alterns bleibt letztlich kein einziges Auge trocken. „Mir wachsen ganz neue Körperteile“, erzählt sie und meint zum Beispiel „das neue Doppelkinn unter der Achsel“. Außerdem brauche das Bindegewebe viel Schlaf. „Das hängt sonst überall rum und findet nicht mehr heim. Im Whirlpool flattern einem die Oberschenkel nur so um die Ohren“, so ihr Beitrag. Lachtränen fließen auch beim Sketch von Roger Degen und Stefan Oberhausen, in dem ein Beichtautomat die Absolution to go erteilt. Der persönliche Beichtvater stellt sich allerdings als der Teufel persönlich heraus. Beim Sprachkurs des Mitarbeiters Lasse Reinström (Achim Schmidt), der in einem berühmten schwedischen Möbelhaus arbeitet, lernen wir, dass Heiratsantrag auf schwedisch „Göre beschwöre“ und der Vollbart „Fratze Matratze“ heißt. Über die herrlich komischen Gedanken des Lehrers Herr Schmied zu den ständig nervenden Zwischenfragen seiner Schüler berichtet Jonas Degen. „Ich bin noch nie gemobbt worden“, bemerkt da eine Schülerin. „Das können wir nachholen“, die Antwort.

So geht es Schlag auf Schlag, und das Publikum kommt aus dem Lachen kaum heraus. Wichtige Fragen stellt sich Arno Mager beim Thema gendergerechte Sprache: „Bekommen Frauen nach dem Besuch im Fitnessstudio nun eine Muskelkatze? Müssen Fußgänger künftig auf dem Bürgerinnensteig gehen? Trinken wir ab sofort Wasser aus der Wasserhenne und wird aus Delmenhorst ab sofort Delmenhilde?“ Und ganz wichtig für diesen Abend: „Was passiert, wenn man sich zwei Mal halb tot lacht?“ Das Publikum erfährt es mehrmals am eigenen Leib. Aufgrund der durchweg positiven Resonanz wird über weitere Termine 2018 nachgedacht. Ob es im kommenden Jahr Fortsetzungen geben wird, ist zwar noch offen, aber man darf nach dem großen Erfolg dieser Vorstellungen darauf hoffen, dass sich die Künstler nicht zweimal werden bitten lassen.


(Dieser Artikel erschien auch in der Saarbrücker Zeitung vom 5.10.18)