Foto: (c) Staatskanzlei
Foto: (c) Staatskanzlei

Vertreterinnen aus den Fairtrade Towns, Land-kreisen und der Fair Trade Initiative Saarland stellten das Projekt „Das Saarland auf dem Weg zum Fairen Bundesland“ vor
Im Rahmen der Initiative „Bürgernahe Staatskanzlei“ emp-fing Ministerpräsident Tobias Hans Vertreterinnen der Fairtrade Initiative Saarland in der Staatskanzlei.

Neben Fleurance Laroppe, FIS (Fairtrade Initiative Saarbrücken/Saarland), Heike Erbelding (Regionalverband Saarbrücken), Beate Ruffing (Saarpfalz-Kreis), Natalie Sadik (Landkreis Saarlouis) war auch Pia Schäfer (Kreisstadt Merzig/Landkreis Merzig-Wadern) in die Staatskanzlei gekommen, um Ministerpräsident Tobias Hans für das Projekt „Das Saarland auf dem Weg zum Fairen Bundesland“ zu begeistern und zu gewinnen.

Während die FIS-Vertreterin die Grundprinzipien des Fairen Handels sowie die Kriterien eines Fairtrade-Bundeslan-des und die damit verbundenen Aufgaben für die saarlän-dische Landesregierung präsentierte, „fair.mittelten“ die Fairtrade-Beauftragten der Verwaltungen einen Überblick fair und quer durchs ganze Land, wie sich die jeweiligen Kommunen, die Landkreise oder der Regionalverband ganz individuell für den Fairen Handel einsetzen.
Unter dem Motto „Gemeinsam Schulen gestalten“ steht für Natalie Sadik vom Landkreis Saarlouis das Thema „Bil-dung“ ganz im Vordergrund. Viele Projekte werden von ihr angestoßen und begleitet, so z.B. die Anpassung der Richt-linien für die Schulverpflegung, die zum Einsatz von min-destens 2 fairen, 10 % biologischen sowie regionalen und saisonalen Produkten verpflichtet. Mit der Auszeichnung des Rates für Nachhaltige Entwicklung für das Konzept „Ak-tionsjahr Esskultur und Nachhaltigkeit“, das noch bis März 2019 läuft, wurde nun das Engagement des Landkreises deutlich unterstrichen und gewürdigt.

Für die Kreisstadt Merzig, vertreten durch die Projektbeauf-tragte Pia Schäfer, stehen die Themen Vernetzung, Öffent-lichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung im zentralen Mittel-punkt ihrer Arbeit. Durch die Ausweitung des Merziger Mottos „lokal, regional, bio – Merzig handelt fair“ wird der Bogen vom Fairen Handel zum lokalen, regionalen und bio-Handel gespannt. So wurden zum Beispiel bei der Einführung der „Merziger Schulbuchtasche“ Bio-Baumwoll-taschen aus dem Fairen Handel beschafft; das Design und die Fertigstellung erfolgten jedoch durch eine in Merzig ansässige Werbeagentur.

Der Regionalverband Saarbrücken, vertreten durch Heike Erbelding, setzt dabei ganz auf eine engagierte Verwaltung. Die Ideen, den fairen Handel bekannt zu machen, enden nicht an der Schlosstür. Der Fairtrade-Gedanke wurde zu-erst in die Belegschaft getragen und dann in deren Familien und in die Gesellschaft. Es begann mit Kleinigkeiten. Kaffee aus Fairem Handel gibt es seit 2004 im Schloss, später folgten 16.000 Bauwolltaschen für die Schulbuchausleihe. Bei Beschaffungen spielt der Faire Handel eine immer grö-ßere Rolle.
Beate Ruffing vom Saarpfalz-Kreis stellte beim Ministerprä-sidenten das Thema Regional & Fair „Fair.binden“ vor. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Aktionen in und mit den vier Fairtrade-Towns im Saarpfalz-Kreis. Ein Augenmerk gilt den Produzenten und Produkten in der Biosphäre Blies-gau, aber auch in den Entwicklungs- und Schwellenlän-dern. Die Bliesgau-Kosmetik-Seifen aus burkinischer Ka-ritébutter und Zutaten aus der Biosphäre sind hier nennens-wert, genauso wie der Weihnachtsstollen und das Konfekt aus einer lokalen Bäckerei-Konditorei. Hier treffen Blies-gau-Milch und -Butter mit Gewürzen aus Fairem Handel zu-sammen. Da die Sommertemperaturen weder Stollen noch Konfekt erlaubten, gesellte sich ein fair-regionaler Butterku-chen zum Antrittsbesuch in der Staatskanzlei hinzu.

Aus Kleinem entsteht Großes: Was in Großbritannien be-gann, hat sich zu einer weltweiten Fairtrade-Bewegung ent-wickelt. Auch das Saarland ist dabei. Mit St. Wendel und Neunkirchen haben sich zwei weitere Landkreise auf den Zertifizierungsweg zum Fairtrade-Landkreis gemacht.

Dass sich im Saarland mehr und mehr Kommunen und Landkreise der Kampagne anschließen, dafür werben die vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Engagierten für den Fairen Handel. Derzeit gibt es im Saarland bereits zehn
ausgezeichnete Faire KiTa´s, 300 Faire Schulklassen, elf Fairtrade-Schools und zwei Fairtrade-Hochschulen – ganz beachtlich für das kleine Saarland!
Aus diesem Grunde sind sich alle Beteiligten einig: Das Saarland soll das erste Fairtrade Bundesland werden!

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