Mit Bestürzung hat Kultusminister Ulrich Commerçon auf die Nachricht vom Tod Hans Arnfrid Astels reagiert:

“Das ist ein sehr trauriger Tag für die Kultur in unserem Land. Wer Hans Arnfrid Astel kennengelernt und seine Gedichte, Epigramme und Texte gelesen hat, erlebte einen Mann, der als Schriftsteller, aber auch als Mensch immer streitbar war. Er berührte emotional, schlug aber auch laute Töne an, wenn es der Sache dienlich war. Menschen wie Astel fehlen”, sagte Minister Commerçon.

Hans Arnfrid Astel habe maßgeblich den Literaturbetrieb nicht nur im Saarland, sondern deutschlandweit, viele Jahre geprägt und gestaltet, so Commerçon. Er war langjähriger Leiter der Literaturabteilung beim Saarländischen Rundfunk, arbeitete als Autor, Herausgeber und Dozent. Noch im November 2017 hatte Kultusminister Ulrich Commerçon dem Ministerrat vorgeschlagen, Astel den Titel “Professor” zu verleihen. Die Verleihung sollte feierlich im April erfolgen.

Commerçon begründete seinen Vorschlag  damals nicht nur mit den für ihre Prägnanz und ihre stilistische Brillanz bekannten Epigrammen, sondern hebt besonders auch Astels Engagement als (zuweilen unbezahlter) Lehrbeauftragter am Germanistischen Institut der Universität des Saarlandes hervor: “Hans Arnfrid Astel hat es verstanden, für das Schreiben zu begeistern. Nicht wenige seiner ehemaligen Studierenden €“ wie beispielsweise Klaus Behringer, Erhard Schmied, Marietta Schröder oder Sabine Göttel €“ sind heute als Autoren beziehungsweise Autorinnen bekannt”, so der Kulturminister.

Als Herausgeber konnte Astel auf ein jahrzehntelanges erfolgreiches Publizieren zurückblicken. Für viele später bekannt gewordene Autoren wie z.B. Wilhelm Genazino oder Wulf Kirsten waren die von ihm herausgegebenen Lyrischen Hefte eine erste Gelegenheit, ihre Texte zu veröffentlichen.

Nicht vergessen dürfe man, so Commerçon weiter, das soziale und gesellschaftspolitische Engagement Astels. “Hans Arnfrid Astel, und das ist durchaus als Auszeichnung zu verstehen, war immer ein kritischer und streitbarer Geist!” Als Mitglied des Präsidiums des PEN sowie als stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller habe sich Astel mit seiner Kompetenz bundesweit Ansehen erworben.

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