Staatssekretär Krämer: Streuobstwiesen sind lebendiges Kulturgut, das es zu erhalten gilt

Trotz des wolkenverhangenen Himmels und andauernder Regenfälle ließen es sich Staatssekretär Roland Krämer und weitere emsige Helferinnen und Helfer nicht nehmen, die Streuobstwiese in Wadern-Kostenbach auf Vordermann zu bringen. Unter der fachkundigen Leitung von Alois Engeldinger, Vorsitzender des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine Merzig-Wadern, rückte der Staatssekretär den verwilderten Hochstämmen mit professionellem Gerät zu Leibe. Es wurde geschnitten und gesägt und für eine ausreichende Belichtung und Belüftung der Baumkronen gesorgt. „Bei uns im Saarland hat die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen eine lange und Landschaftskultur stiftende Tradition. Verwilderung und Schädlingsbefall infolge mangelnder Baumpflege, sinkende Preise für heimisches Obst und Siedlungsdruck bedrohen zahlreiche alte Baumbestände. Ihr Erhalt erfordert eine aktive Bewirtschaftung, Verwertung und Vermarktung – Arbeit, die sich heutzutage vermeintlich nicht mehr lohnt“, so Krämer nachdem er einen Apfelbaum der Sorte Winterrambour vom Mistelbefall befreit hat.

Mit dem Aktionstag in Kostenbach soll auf die Problematik unzureichend gepflegter und verwilderter Streuobstwiesen, deren Rückgang und die Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt aufmerksam gemacht werden. Ein Anliegen, das Staatssekretär Krämer gerne unterstützt: „Streuobstwiesen liefern gesundes Obst und bilden ein riesiges Gen-Reservoir für alte, widerstandsfähige Sorten aus der Region. Darüber hinaus ist der Erhalt der Streuobstwiesen uns auch mit Blick auf ihre Bedeutung für die Biodiversität im Saarland besonders wichtig. Daher unterstützen wir die Neuanpflanzung, Pflege und Vitalisierung von Obstbaumbeständen finanziell. Gleiches gilt für die Weiterverarbeitung des geernteten heimischen Obstes zu hochwertigen Produkten. So können Obst- und Gartenbauvereine etwa eine Förderung für den Erhalt ihrer saarlandweit etwa 100 Kelteranlagen beantragen.“ Zum Beweis zückte Krämer einen Förderbescheid über mehr als 4.700 Euro, den er dem Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Löstertal, Manfred Rappolt, überreichte. „Ein kleiner Zuschuss, um die Produktion des regionalen Apfelsafts zu vereinfachen“, so der Staatssekretär. Vorgesehen ist die Anschaffung einer halbautomatisierten Abfüllanlage. Solche Investitionen werden vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit bis zu 30 Prozent der Kosten gefördert.

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